Chemical Peel ist ein Überbegriff für ein Peelingverfahren mit Substanzen, die eine reizende und schälende Wirkung auf die obere Hornschicht der Haut haben, wodurch eine chemische Ablösung von oberen und tiefer gelegenen Hautschichten ausgelöst wird. Dadurch verringert sich die sogenannte Lichtschwiele der Haut, die eine vom Körper unter UV-Licht Einstrahlung selbst gebildete Schutzschicht darstellt. Nach einem Chemical Peel ist diese Lichtschwiele sehr viel dünner, dafür aber auch funktionstüchtiger.
Allerdings darf die Haut während des Behandlungsintervalls keinesfalls dem UV-Licht ausgesetzt werden und ein hoher Sonnenschutzfaktor (SPF, UV-A und UV-B) muss aufgetragen werden. Hierzu berate ich Sie gerne entsprechend Ihrer Hautstruktur.

Ein Chemical Peel kann Hautunregelmäßigkeiten wie grobporige Haut, Mitesser und Akne, als auch Alterserscheinungen wie feine Fältchen, Sonnenschäden (Pigmentstörungen), Verhornungsstörungen und Altersflecken durch Verfeinerung der Hautoberflächenstruktur beseitigen. Auch Narben, die z.B. als Folge einer Akne entstanden sind, können behandelt werden. Das Ergebnis ist ein deutlich feineres und glatteres Hautbild. Grobe und große Poren werden deutlich verringert, die Haut erscheint frisch und gesund.

Die Anwendung eines sehr hoch konzentrierten Chemical Peels ist auch für die Füße geeignet, so diese eine starke Überverhornung (Hyperkeratose) aufweisen. Die Fußsohlen werden wieder weich und zart.

Glycolsäure zählt zu den Alpha-Hydroxysäuren und da sie in natürlicher Form vorkommt (z.B. im Zuckerrohrsaft oder in unreifen Weintrauben), zählt sie zu den Fruchtsäuren. Sie wird in verschiedenen Konzentrationen angewendet – je nach Befund und Lokalisation. Glycol-Säure dringt aufgrund ihrer kleinmolekularen Struktur besser in die Haut ein als andere Fruchtsäuren, was zu einer intensiveren Wirkung führt.

Empfohlener Behandlungsablauf:
Vorgespräch: Aufklärung über das Verfahren und während der Behandlungszeit zu verwendenden Dermokosmetika (wichtig!)
Einführungsphase: Peeling 4-6x einmal wöchentlich (bei milderen Formen alle zwei Wochen) bis zum Erfolg
Erhaltungsphase: Peeling 1x alle 3 – 6 Wochen, je nach Ausprägungsgrad

Ich möchte Ihnen nicht verschweigen, daß Ihre Haut nach der Behandlung über mindestens 3 Tage eine starke Rötung (Erythem) aufweisen kann. Es dürfen keine fettenden oder alkoholischen Kosmetika verwandt werden, auch darf keinesfalls an der Haut manipuliert werden wenn sie sich schält. In meiner Praxis hat sich ein nettes Spitzwort für diese Behandlung ergeben – Kunden und Patienten, die für eine Folgebehandlung anrufen, sagen gerne: „Bitte einen Termin für noch einmal Lobster“.

Die Rötung und die Reizerscheinungen bilden sich zurück, so Sie sich zuverlässig an die Vorgaben halten – das Ergebnis eines attraktiven frischen Hautbildes soll Sie überzeugen.

Kontraindikationen
Photosensibilisierung / Lichtsensibilisierung

Sollten Sie regelmäßiger Solariumgänger sein, einen Sonnen- oder Skiurlaub unmittelbar vor sich haben, oder nach der Behandlung planen sich an die Isar zu legen oder auch nur in ein sonniges Café zurück zu ziehen zur Erholung der Strapazen – so ist eine Behandlung mit Chemical-Peel NICHT die richtige Option und Zeit für Sie. Durch Verminderung der Lichtschwiele ist die Haut ganz besonders empfindlich auf UV-Strahlen und darf sich derer keinesfalls für mindestens 2 Wochen nach der Behandlung direkt aussetzen. Ein hoher Schutzfaktor ist ob offensichtlicher oder auch nicht wahrnehmbarer UV-Einstrahlung, die übrigens auch an bewölkten Tagen herrscht, ein Muss. Auch sollten Sie keine photosensibilisierenden Interna oder Externa in dieser Zeit verwenden, wie z.B. Johanniskrautkapseln oder –Öl.
Bergamotte, Lavendel, Zitrone oder Zeder erhöhen ebenfalls die Lichtempfindlichkeit der Haut.

Einnahme bestimmter Medikamente

Zahlreiche Arzneimittel können photoallergische und phototoxische Reaktionen auslösen, wie z.B. Antibiotika oder Antihistaminika. Da eine Lichtsensibilisierung durch Arzneimittel insgesamt zunimmt, sollten Sie vor der Wahl einer Chemical-Peel Behandlung den Beipackzettel Ihrer Medikamente genau ansehen und überprüfen, ob eine „Photosensibilisierung“ als Nebenwirkung aufgeführt ist, und mir Ihre Medikamente im Vorgespräch genau nennen.

Spezielle Einnahme/Applikation von Retinoiden

Retinoide sind Arzneimittel und Abkömmlinge von Vitamin A. Sie werden äußerlich oder innerlich z.B. zur Behandlung der Schuppenflechte und Akne verwendet, wie auch zur allgemeinen Epithelregeneration und auch beim chronischen Handekzem. Wirkstoffe von Retinoiden sind beispielsweise vorhanden in

  • Tretinoin (Vitamin A Säure)
  • Isotreninoin (z.B. systemisch verwandt in den Produkten Acnotin®, Aknefug-ISO®, Aknenormin® (D), Curakne®, Decutan®, Isocutan®, Isoderm®, Isogalen®, Isopel®, Isotret-HEXAL®, Roaccutan ®; sowie topisch in Isotrex-Creme/-Gel® oder Roaccutan-Gel®)
    Eine Behandlung mit Chemical Peel ist erst mindestens 6 Monate nach Absetzen solcher Produkte möglich!
  • Allergien
  • Virusinfektionen (z.B. Herpes simplex)